Streuobstwiese Freital-Weißig

Im Mai 2010 erwarb der Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt von der BVVG (Boderverwertungs- und -verwaltungs GmbH) auf Empfehlung der unteren Naturschutzbehörde Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge die Streuobstwiese am Weißiger Wald. Sie bildet eine Pufferzone zu dem bebauten Bereich des Freitaler Ortsteiles. Im November des gleichen Jahres geht das gesamte Flurstück 238 einschließlich eines Grünlandanteils ohne Bäume mit einer Größe von 2,7 Hektar in das Eigentum der LaNU/ NschF über. Die Streuobstwiese fällt unter den Biotopschutz gemäß § 21 Sächsisches Naturschutzgesetz.

Auf der verwilderten Streuobstwiese befanden sich zum Zeitpunkt des Erwerbs ausschließlich ungepflegte alte, hochstämmige Kirsch- und Pflaumenbäume. Arten wie der nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Eremit/ Juchtenkäfer (Osmoderma eremita) haben die alten, höhlenreichen Obstbäume als Lebensraum und Brutstätte für sich entdeckt.

Als erste Pflegemaßnahme wurde eine Entbuschung der Streuobstfläche und die Gehölzsanierung der etwa 150 Altbäume im Jahr 2017 umgesetzt. Weiterhin wurden Erhaltungsschnitte an zehn Obstbäumen durchgeführt und eine Menge Müll von der Fläche geräumt.

Im Frühjahr 2018 und Herbst 2019 konnten auf der nunmehr gepflegten Fläche 80 junge, hochstämmige Apfel-, Kirsch-, Pflaumen- und Birnenbäume in den bestehenden Obstbaumbestand gepflanzt werden. Interessierte und engagierte Bürger packten beherzt mit an und beteiligten sich an dem Erhalt des wertvollen Kulturgutes. Die Pflanzungen von regionaltypischen, alten Sorten wie z.B. Meißner Eierbirne, Lausitzer Nelkenapfel oder Diemitzer Amarelle waren Teil des von der Europäischen Union geförderten Projektes  „Erhalt alter sächsischer und tschechischer Obstsorten mit neuen Konzepten – ein Kooperationsprojekt“. Ziel des grenzüberschreitenden Projektes ist es, die seltenen Obstsorten als genetische Ressource auf Sortenwiesen langfristig zu sichern. Die Sorten werden in Sachsen und Tschechien mit Hilfe der Öffentlichkeit gesucht und anschließend in Baumschulen angezogen.


Extenzivní sad Freital-Weißig

Extenzivní sad na ploše cca. 2,7 ha se nachází v katastru Freital-Weißig (pozemek č. 238). Na jaře 2018 a v roce 2019 zde bylo vysazeno celkem 80 ovocných vysokokmenů.

Streuobstwiese Freital-Weißig

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