Streuobstwiese Kloschwitz

Streuobstwiese Kloschwitz

Eckdaten: Gemarkung Kloschwitz, Flurstück 161, gesamt 3,47 ha, aktuell 220 Obstbäume gepflanzt

Die Fläche der heutigen Sortenwiese ist eingebettet in das Naturschutzgebiet Leubnitz/Toberitzer Riedelgebiet und liegt in Nachbarschaft des Naturschutzgebietes Großer Weidenteich und des Vogelschutzgebietes Weidenteich-Syrauer Heide im FFH-Gebiet Rosenbach und Vogelschutzgebiet Vogtländische Pöhle.

Genutzt wurde die Fläche als Ackerland, was in den Jahren vor 1990 eine Ausräumung der Feldflur zur Folge hatte.

Im Jahr 1993 gründete sich die Bürgerinitiative zum Gesteinsabbau, die verhindern wollte, dass unter anderem die Fläche der heutigen Sortenwiese dafür genutzt wird. Sie kaufte die Fläche im Jahr 1999 mit dem Ziel, diese ökologisch aufzuwerten und langfristig als wertvolles Biotop zu erhalten.

Bereits unmittelbar nach dem Kauf wurde der im Rahmen der Flurbereinigung entfernte Feldweg wieder neu angelegt und entlang dieses Weges eine Benjeshecke angelegt. Die Benjeshecke und weitere Maßnahmen dienen dem Biotopverbund zwischen den angrenzenden Hangwäldern, Feldinseln, Pöhlen und Wiesen. Anstelle Ackerland wurde Wiese eingesät, die seitdem zur Erhöhung des Artenpotentials extensiv genutzt wird.

Ein Managementplan als Anleitung zur Aufwertung des Gebietes wurde erarbeitet. Dieser empfiehlt die Anlage einer Streuobstwiese, weitere Heckenpflanzungen, die Aufwertung der Fläche mit vier Wanderhütten, die ins Wanderwegenetz integriert sind und die Nutzung der Fläche als Bildungsstandort für Schulklassen, die einheimische Bevölkerung und Touristen.

Bezüglich der Anlage der Streuobstwiese arbeitet die Bürgerinitiative mit der Servicestelle Streuobst aus Freital zusammen. Es entstand die Idee, eine Sortenwiese anzulegen, um seltene und historische sächsische Obstsorten langfristig als Kulturgut und als Genpotential für Züchtung zu erhalten sowie fruchttragend Straucharten für Bildungszwecke und als Nahrungsgrundlage für Wildtiere zu pflanzen.

Die Anlage der Sortenwiese konnte durch die Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt mithilfe verschiedener Projekte seit dem Jahr 2016 unterstützt werden. Die ersten 60 Bäume alter Obstsorten wurden mit Förderung durch die Allianz Umweltstiftung gepflanzt. Anschließend wurden bis 2019 unter anderem insgesamt 130 Obsthochstämme im Rahmen des Projektes „Erhalt alter sächsischer und tschechischer Obstsorten mit neuen Konzepten – ein Kooperationsprojekt“ gepflanzt. Das Projekt wurde durch die Europäische Union gefördert. Die Pflanzaktionen wurden immer unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. Auf diesem Wege konnte privates Engagement eingeworben, Akzeptanz geschaffen und zugleich Bildung vermittelt werden.

Für die kommenden Jahre ist neben der weiteren ökologischen Aufwertung der Fläche und der Anwuchspflege der Obstbäume insbesondere der Aufbau der erforderlichen Bildungsinfrastruktur geplant.

Kloschwitz, März 2020

Kloschwitz, Streuobstwiese 

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